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Namibia – Liebe auf den ersten Blick

Aktualisiert: 18. Nov. 2025

Liebe Leserin, lieber Leser

In diesem persönlichen Reisebericht möchte ich dich mitnehmen auf meine ganz eigene Entdeckungsreise durch Namibia – von den endlosen Dünen der Namibwüste über die wilde Schönheit des Etosha-Nationalparks bis hin zum grünen Caprivi-Streifen. Lass dich inspirieren und gewinne einen Einblick in die Vielfalt und Magie dieses aussergewöhnlichen Reiselandes.



Wenn ich heute an Namibia denke, spüre ich sofort wieder diesen ganz besonderen Zauber, der mich seit meiner ersten Reise 2023 nicht mehr loslässt. Mittlerweile durfte ich dieses wunderbare Land bereits dreimal bereisen – insgesamt 13 Wochen, verteilt auf verschiedene Jahreszeiten. Und jedes Mal war es, als würde ich ein neues Kapitel in einem Buch aufschlagen – die unendlichen Weiten, die faszinierenden Tiere und den warmherzigen Menschen Namibias – jedesmal ein Kapitel mehr!

Den ersten Funken entzündete meine gute Freundin Andrea Hagmann. Sie nahm mich mit nach Namibia, wo ihre Tochter Joana lebt und das Reisebüro Advenbia betreibt. Ich spürte sofort, dass dieses Land etwas Besonderes sein musste. Ein Traum ging für mich in Erfüllung.

Später kamen noch die Geschichten meines Schwagers Herbert Bosshart und seiner Schwester Melitta Bosshart dazu. Ihre Erzählungen waren wie Fenster in eine andere Welt – eine Welt aus Staub, Sonne, Farben, Stille und Leben.

Und dann stand ich eines Tages selbst dort, mitten in dieser überwältigenden Landschaft.


Namibwüste, Dünen & Deadvlei – die Magie der Stille

Die Namibwüste hat etwas Zeitloses. Diese Dünen aus rotem Sand, verändern mit jedem Windstoß ihre Form – und doch sind sie seit Jahrtausenden dieselben. Der Sonnenaufgang am Sossusvlei ist unvergesslich: Wenn das erste Licht die Dünen in ein warmes Orange taucht, ist man für einen Moment ganz still. Die Besteigung des Big Daddy hat mir viel abverlangt, war aber jeden Schritt wert! Da oben zu stehen und die Weite der Wüste zu schauen war unbeschreiblich! Dann der Abstieg ins Deadvlei, wo uralte, schwarze Kameldornbäume auf hellem Lehmboden stehen – unvergesslich! Den Sand nach dem Sturz auf dem Weg nach unten kann ich manchmal heute noch finden….:-)

 

Swakopmund & Walvis Bay – wo Wüste und Meer sich treffen

Das Gefühl, nach Tagen in der Wüste das Meer zu riechen, ist kaum zu beschreiben. Swakopmund mit seinem deutschen Flair, den charmanten Cafés und der kühlen Atlantikbrise war für mich wie eine kleine Verschnaufpause. In Walvis Bay erlebte ich dann ein ganz anderes Namibia: Delfine, Robben, Flamingos – und das endlose Blau des Ozeans. Die Katamaranfahrt zu den Seehundkolonien bleibt mir besonders in Erinnerung, nicht zuletzt wegen der neugierigen Pelzrobben und des Pelikans, die sich an Bord wagten und uns auf der Fahrt begleiteten.

Einer meiner eindrücklichsten Erlebnisse an der Atlantikküste war aber die Tour nach Sandwich Harbour, südlich von Walvis Bay.

Mit einem erfahrenen Guide ging es im 4x4 entlang der Küste – erst über festen Strand, dann immer näher an die gewaltigen Dünen der Namibwüste, die hier direkt bis ins Meer abfallen. Der Moment, als sich das Fahrzeug die steilen Sandhänge hinaufkämpfte und wir oben standen, mit Blick auf das unendliche Blau des Ozeans auf der einen und die goldene Weite der Wüste auf der anderen Seite – unvergesslich!

Wir hielten an mehreren Aussichtspunkten, sahen Flamingos in den Lagunen und entdeckten Spuren von Schakalen und Oryx-Antilopen. Zum Picknick packte unser Guide einen kleinen Tisch aus – mitten in den Dünen! Mit einem kühlen Getränk in der Hand und dem Blick über diese surreale Landschaft konnte ich kaum glauben, dass all das echt war.

Die Rückfahrt war dann das pure Abenteuer – steile Dünenabfahrten, die den Puls höher schlagen ließen, aber immer mit einem sicheren Gefühl dank unseres Fahrers, der die Strecke kannte wie seine Westentasche.

 

Etosha – das Herz der Wildnis

Etosha ist für mich das Sinnbild von Afrika. Stundenlang könnte ich an einem Wasserloch sitzen und zusehen, wie Giraffen, Elefanten, Zebras und Antilopen nebeneinander trinken – friedlich, wachsam, vollkommen im Einklang mit der Natur. Und dann, wenn plötzlich ein Löwe auftaucht, spürt man, wie nah hier Leben und Tod beieinander liegen.

Leider war es mir erst bei meiner dritten Reise vergönnt, einen Elefanten aus nächster Nähe zu sehen. Was für eine Erfahrung, wenn eine ganze Elefantenfamilie ans Wasserloch kommt!


„Man sagt, ein Elefant vergisst nie. Was sie einem nicht sagen ist, dass man einen Elefanten nie vergisst“             Bill Murray
„Man sagt, ein Elefant vergisst nie. Was sie einem nicht sagen ist, dass man einen Elefanten nie vergisst“ Bill Murray


Caprivi-Streifen – das grüne Gesicht Namibias

Der Caprivi-Streifen war eine echte Überraschung für mich. Nach den trockenen Ebenen des Westens wirkt der Nordosten fast tropisch. Flüsse, Palmen, Papyrus – und eine unglaubliche Vogelvielfalt. Ich erinnere mich an Abende am Lagerfeuer, das Summen der Insekten, das ferne Brüllen eines Flusspferds. Hier habe ich gespürt, wie vielfältig Namibia wirklich ist – ein Land voller Kontraste.


Kalahari – die sanfte Wüste

Ganz im Süden, nur wenige Kilometer von der südafrikanischen Grenze entfernt, liegt die Kalahari-Wüste – ein Ort, der mich durch seine Ruhe berührt hat. Die roten Dünen, durchzogen von goldenem Gras, wirken fast weich. Der sternenklare Himmel, an dem die Milchstrasse zu sehen ist wie fast nirgendwo sonst… man muss es gesehen haben um zu glauben!

 

Fish River Canyon

Der Fish River Canyon ist einfach überwältigend. Dieses gewaltige Naturwunder, geformt über Millionen Jahre, lässt einen staunend verstummen. Die Fahrt im offenen Auto in die Tiefe des Canyons liess meinen Puls doch ziemlich in die Höhe schnellen, geht es doch fast 600 m über Geröllhalden und schmale Wege hinab zum Grund des Canyons. Das Mittagessen auf dem Grund des zweitgrössten Canyons der Welt, war ein unvergessliches Erlebnis.

 

Rhino Sanctuary – Begegnung mit den sanften Giganten

Ein weiteres Highlight meiner Namibia-Reisen war der Besuch eines Rhino Sanctuary, eines Schutzgebiets, das sich mit Herzblut dem Erhalt der seltenen Nashörner verschrieben hat.

Als ich dann zum ersten Mal eines dieser mächtigen Tiere in freier Natur sah, war das ein Moment stiller Ehrfurcht. Der Anblick eines breitmauligen Nashorns, friedlich grasend in der Nachmittagssonne, hat mich tief berührt. So gewaltig diese Tiere wirken, so verletzlich sind sie doch – bedroht durch Wilderei und Lebensraumverlust.

Ich durfte sogar zu Fuß, in respektvollem Abstand, einem Nashorn näherkommen – begleitet von einem Ranger und zweier Bushmen, die jeden Schritt sicher führten. Auch hier ging der Puls hoch, die Kamera zu halten war nicht einfach, im Angesichts dieser gewaltigen Tiere. Das Rhino Sanctuary steht für mich symbolisch für das, was Namibia so besonders macht: den respektvollen Umgang mit der Natur und die tiefe Verbundenheit zwischen Mensch, Tier und Landschaft.

 

Namibia zu verschiedenen Jahreszeiten zu bereisen, ist eine gute Idee, verändert sich doch die Landschaft in jedem Monat zusehends.

Was im November 2023 im Etosha noch karg und grau war, hat sich im Februar 2025 als bunte Blumenwiese und mit viel Wasser gezeigt.

 

Casa Angelo in Mangetti Dune – ein Ziel fürs Herz

So viele Orte durfte ich schon sehen, doch einer steht noch aus: das Waisenhaus Casa Angelo in Mangetti Dune. Von diesem besonderen Ort habe ich bereits viel gehört, und bei meiner nächsten Reise – die schon in Planung ist – steht ein Besuch dort ganz oben auf meiner Bucket List. Ich freue mich darauf, die Kinder kennenzulernen und diesen Ort voller Hoffnung und Liebe endlich selbst zu erleben.

 

Fazit – Namibia, du bleibst in meinem Herzen

Namibia ist für mich längst mehr als ein Reiseziel geworden. Es hat mich gelehrt, auf die Natur zu achten, das Leben zu schätzen und den Moment zu genießen.

Ich bin dankbar für die Menschen, die mich inspiriert haben, diesen Weg zu gehen – Andrea, Herbert und Melitta – und für alle Begegnungen unterwegs, die mich bereichert haben. Eines ist sicher: Ich komme wieder.


Birgit Waldburger

 


 

 

 

 
 
 

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