Jahresbericht 2020
- Louis Bosshart

- 1. Feb. 2021
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 28. Okt.
Sehr geehrte Gönnerinnen und Gönner der Casa Angelo
Auf Ende 2020 war der Umzug vorgesehen. Melitta wollte nach zweifacher Verlängerung die Arbeit am Spital definitiv beenden. Aus diesem Grund hat sie ihren Jahresbericht bereits Mitte Oktober verfasst. In der Zwischenzeit hat sich allerdings einiges zugetragen. Das Gesundheitsministerium hatte erneut einen Arzt gefunden, die Nummer Drei in der Ablöseliste. Anfangs Dezember liess er dann aber verlauten, dass der 11. Dezember sein letzter Arbeitstag in Mangetti sei. Melitta passte ihre Reisepläne umgehend an - das Motto “nach mir die Sintflut” entspricht nicht ihrer Lebenseinstellung. So macht sie auch drei Jahre nach ihrer Pensionierung bis auf weiteres im Spital weiter! Im Augenblick wird in offiziellen Kreisen die Möglichkeit diskutiert, Ärztinnen und Ärzte, die vom Staat angestellt sind, für ein paar Monate nach Mangetti abzukommandieren. Danach können sie wieder an ihre alte Stelle zurückkehren. Bei einer solchen Rotation dürfte allerdings die Kontinuität leiden. Schaun wir mal…

Auch wenn Melitta dereinst ihr Engagement im Spital beenden kann, wird sie sich weiter um das Waisenhaus, die Kindergärten und die Suppenküchen kümmern. Aus dem Waisenhaus hören wir, dass Marenga, die eine Lehrstelle als “assistant cook” in Penduka gefunden hatte, im Dezember zurückgekommen ist. Penduka hatte mangels Gästen kein Geld mehr. So kehrte Marenga zu ihrer Tochter nach Mangetti zurück. Diese feierte am 9.9.2020 ihren ersten Geburtstag. Marenga hilft nun in der Küche mit und ist daselbst eine Bereicherung, da ihre Menus mehr Phantasie offenbaren als die der anderen Köchinnen. Sie betreut auch die “Minis”, die als Resultat der monatelangen “Schulferien” etwas ausser Rand und Band geraten sind. Nebst dem Kochen hat Marenga noch vieles mehr gelernt. Sie flickt Kleider und stellt Schmuckstücke nach “Bushman Art” her.
Dass Kinder im Waisenhaus deponiert werden, gehört zum Alltag. Im Dezember lag ein sehr kranker Knabe namens Willem im Spital. Bei der Geburt war er von seiner Mutter mit HIV angesteckt worden. Wenig später steckte ihn seine Grossmutter mit Tuberkulose an. Die Mutter starb vor drei Jahren. Seither ist der Junge bei der Grossmutter. Sie und ihr Grosskind waren stationär im Spital. Wie es der Grossmutter wieder besser ging, erklärte sie eines Tages: “Ich gehe jetzt nach Hause und Du kannst den Jungen haben!” Solche Geschenke für Melitta nehmen kein Ende. Sie ist aber überzeugt, die Kinder werden es in der Casa Angelo besser haben als in irgendeiner lausigen Hütte im Busch.
Soviel in Ergänzung zu Melittas Bericht über die letzten drei Monate in Mangetti Dune. Wir möchten an dieser Stelle nochmals von ganzem Herzen danken für die Unterstützung, die Sie/Ihr dem Waisenhaus und den Kindern zukommen lassen/lässt. Herzliches „Vergelt’s Gott!“
Mit freundlichen Grüssen und den besten Wünschen für ein gutes 2021
Louis Bosshart




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